Dienstag, 19. Februar 2008

Fotositzung, die erste! // The first fotosession

Hej igen!

Zwei bis drei Tage in der Woche arbeite ich in Hillerød. Hillerød ist eine kleine Stadt 40 km nördlich von København, und hier bin ich hauptsächlich für die Uni tätig. Ich arbeite in einer Forschungsgruppe, die sich mit aquatischer Oekologie beschäftigt, und Morten, mein Professor, teilt mir
Forschungsaufgaben zu, Berichte schreiben und Literaturrecherche. Dank Fresenius kenne ich mich mit Literaturrecherche ja bestens aus! Ich muss mich noch daran gewöhnen, meinen Professor "Morten" zu nennen. In Dänemark duzen sich die meisten Leute, auch Studenten und Professoren. Ich mag das sehr, man muss sich nicht so den Kopf darüber zerbrechen, ob man neue Leute nun siezen soll oder schon duzen darf.
In den letzten Tagen war ich fleissig damit beschäftigt, möglichst informative Fotos zu knipsen. Hier nun meine erste Fotositzung!

Danas Plads, mein Zuhause in København. Hier wohnen Kristin und ich (siehe Pfeil). Vor dem Haus steht ein Baum, der über und über mit kleinen, gelben Glühbirnen behangen ist, und gelb leuchtet er in den langen, dunklen skandinavischen Nächten.
// Danas Plads, my home in København. I'm living here with Kristin.
Der Eingang zu meinem Heim. Man sieht, auch hier hält der Frühling so langsam Einzug.
// The entry of my home. Spring will be coming soon!
Typisch København: Radfahrer, schicke Laternensockel, Hängelichter, tiefstehende Sonne im Winter. Das Foto habe ich in Nørrebro gemacht, einem alternativ angehauchten Stadtteil und vielen Einwanderern - und einigen Problemen in letzter Zeit, wie ihr vielleicht in den Nachrichten gehört habt. Meine Mentorin sagte so schön: "Damn, I hate these stupid people!"
// A typical view of København: people riding bikes and beautiful lanterns, the sun near the horizon. I took the photo in Nørrebro, Københavns alternative quarter with a lot of immigrants - and some problems.
Dronning Louises Bro (Königin Louises Brücke) am Rand vom Stadtteil Nørrebro in der Abenddämmerung. Natürlich nicht ohne die obligatorischen Fahrradfahrer.
// Dronning Louises Bro (Queen Louise's Bridge) at dawn.
Nochmal Dronning Louises Bro. Links der Peblinge Sø, einer von Københavns fünf rechteckigen Seen, die in einer Reihe zwischen der Innenstadt und den äusseren Stadtteilen liegen. Besiedelt von Wasservögeln, Joggern, Radfahrern und seltsamen Gegenständen, die Leute loswerden wollten und im See versenkten.
// Again Dronning Louises Bro. On the left you can see the Peblinge Sø, one of København's five lakes between the centrum and the outer quarters.
Die Menge an Radfahrern, die sich innerhalb von einer Minuten an einer roten Ampel ansammelt ...
// The amount of cyclists arriving a red traffic light in one minute ...
Hier sehen wir Fahrräder ...
// Bikes ...
Und irgendwer hat sehr passend diese über København thronende Radfahrerin gemalt.
// A bike painting.
Dänemarks Postsymbol und typische Häuserfront in der Innenstadt.
// The post symbol of Denmark and a characteristic row of houses in the centrum.
Statue von Christian dem soundsovielten. Im Hintergrund Børsen, die Turmspitze besteht aus vier Drachen, die ihre Schwänze umeinander winden.
// Statue of King Christian xxx (don't know) and Børsen composed of four dragons with their long tails.
Zwei Löwen, die ein Schwein zerfetzen.
// Tow lions frazzling a pig.
Rosenborg Slot. Im Sommer sollen hier Unmengen von Rosensträuchern blühen.
// Rosenborg Castle.
Der hier weiss, wie man sich richtig schön positioniert. Dabei wollte er nur was zu fressen haben, glaube ich.
// Isn't he beautiful? I think he knows. And I'm sure he wants to get some food.
Freie Sicht über København, Richtung Nordosten. Im Hintergrund das Meer.
Blick Richtung Südosten. Im Hintergrund (leider verschwommen) die Øresundbrücke, ein tolles Ding!
// Southwest view with the Øresundbridge in the background. The bridge is amazing!
Schloss in Hillerød. Ein Hammerding. Rechts davon (nicht auf dem Foto) ein Barockgarten. Und irgendwo hinter dem Schloss liegt ein relativ grosser See.
// Castle in Hillerød where I'm studying.

Montag, 4. Februar 2008

Ankunft in København

Hej!

Ja, nun wohne ich in København (sprich: Koenhaun), schon seit drei Tagen. Meine Ankunft war sehr stuermisch, im wahrsten Sinne des Wortes. Ich bin zusammen mit meinen Eltern hergefahren, die drei Tage Urlaub in einem sommerhus (Ferienhaus) machten. Wir bezogen zusammen das Ferienhaus am Donnerstag. Eine halbe Stunde spaeter flog ein Teil vom Dach weg, prallte auf die andere Seite des Hauses, wo es gleich noch zwei Balken mit herunterriss. Am naechsten Morgen bezogen meine Eltern ein neues Ferienhaus, rustikal und stabil!
Und danach begann endlich mein København-Trip. Nun, wie sagt man auf Daenisch so schoen: Hvor er jeg heldig! (Was habe ich fuer ein Glueck!) Mein kleines Studentenzimmer liegt einer der schoensten Altbauwohnungen, die ich je gesehen habe, mit Stuckdecken, hohen Fenstern, Holzdielenboden und wunderschoenen alten Moebeln. Und meine Vermieterin, Kristin, ist eine der nettesten Menschen, die ich je kennengelernt habe! Sie ist eine aeltere Dame, die sich perfekt in das Ambiente der Wohnung einfuegt. Und sie hat sich zu meiner neuen Daenischlehrerin bereiterklaert. Ja, wir sprechen fast nur Daenisch, und es funktioniert! Als wenn das nicht genug waere, habe ich auch noch wahnsinnig Glueck beim Mentorenprogramm gehabt. Die Uni København bietet jedem Auslandsstudenten einen Mentor an, einen anderen Studenten aus demselben Fachbereich. Meine Mentorin heisst Trine und ist ein einziges Buendel aus Offenheit, Hilfsbereitschaft und Unternehmensgeist. Sie hat mir die Innenstadt am Samstag gezeigt und mir viel erzaehlt - auf Daenisch. Alle Daenen, die ich anspreche, sagen: "Din dansk er meget flot!" (Dein Daenisch ist wirklich gut!) Ja, und dann geben sie mir Unmengen von Tipps und Infos und ich nicke nur und sage am Ende des Gespraeches: Und das ganze bitte in Englisch, so gut ist mein Daenisch naemlich dann doch nicht. ;-)
Heute habe ich meine Aufenthaltsgenehmigung beantragt, meinen Studentenausweis bekommen, einen seltsamen Bulgarier erfolgreich abgehaengt (fragt nicht!!) und erkunde nun das Studentenviertel. Morgen fange ich an der Uni an, wo ich in einer Forschungsgruppe arbeiten werde, die sich mit der Klimaveraenderung und ihren Auswirkungen auf die Kueste und Seen beschaeftigt. Bin gespannt. Am Donnerstag werde ich ein Fahrrad kaufen, denn København ohne Fahrrad ist wie ein Leben in Daenemark, ohne daenisch zu sprechen: Man kommt gut klar, aber man verpasst was.

In diesem Sinne: Hej hej! (Tschuess!)